Der Champion der deutsch-französischen Zusammenarbeit

Die Ministerpräsidentin des Saarlands Annegret Kramp-Karrenbauer
Photo : Kai Littmann, Eurojournalist

Die Ministerpräsidentin des Saarlands Annegret Kramp-Karrenbauer setzt weiterhin auf die deutsch-französische Zusammenarbeit und – auf Europa.

(KL) – Normalerweise sind Neujahrsempfänge so spannend wie – naja, eben Neujahrsempfänge. Also gar nicht. Beim Neujahrsempfang der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer war das allerdings anders. Vielleicht lag es am nun startenden Wahlkampf im Saarland, dass ihre Ansprache schon eher so etwas wie eine Wahlkampfrede wurde, aber inhaltlich ist die Ministerpräsidentin einfach stark. Zumindest, was ihre deutsch-französische und europäische Ausrichtung anbelangt.

Während man sich in anderen deutsch-französischen Regionen darauf beschränkt, sich für die Größten, Besten und Erfolgreichsten in der deutsch-französischen Zusammenarbeit zu halten, darüber aber zumeist das Handeln vergisst, arbeitet man zwischen dem Saarland, Lothringen (und Luxemburg) auf eine bescheidene, praxisorientierte und dafür aber erfolgreiche Art und Weise zusammen. Die „Frankreich-Strategie“ wird aus dem Saarland bis 2043 das erste Bundesland machen, in dem die Sprache des Nachbarn zur zweiten offiziellen Landessprache erhoben werden wird. Um dies zu erreichen, fördert man im Saarland und den Nachbarregionen sowohl die Zweisprachigkeit als auch die berufliche Mobilität.

Beeindruckend ist aber vor allem der Konsens, in dem Annegret Kramp-Karrenbauer sämtliche Akteure des öffentlichen und privaten Lebens auf ihre deutsch-französische und europäische Ausrichtung eingeschworen hat – die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird von der gesamten Gesellschaft im Saarland getragen, ist kein Thema, bei dem sich politische Gegner zu profilieren suchen und die Ministerpräsidentin hat in ihrer unaufgeregten Art ihre gesamte Region hinter sich. Beeindruckend.

Durch die Entstehung der neuen ostfranzösischen Großregion „Grand Est“ entstehen nun neue Möglichkeiten, die man im Saarland und in Lothringen längst erkannt hat und die zu einem Dialog führen, wie diese neuen Gegebenheiten zum Nutzen aller umgesetzt werden können. In anderen Grenzregionen stagniert man hingegen in einer relativ irrationalen Ablehnung dieser neuen Verwaltungsrealitäten und auf der deutschen Seite (Ausnahme: Saarland) glänzt man durch Desinteresse an dem, was gerade in Frankreich passiert.

Das Saarland wird, daran gibt es keinen Zweifel, seine konsequente deutsch-französische Politik weiterführen, und zwar nicht nur auf Ebene der Politik, sondern auch in allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen. Und in anderen Unterregionen in der großen Grenzregion wäre man gut beraten, eine engere Kooperation mit dem Saarland und dessen Partnern anzustreben – dabei können alle nur gewinnen!

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